Rolex GMT-Master II 126710BLRO Pepsi

(Wann) platzt die Rolex-Blase?

Heute geht es um die preisliche Entwicklung von Rolex Uhren – besonders im Sport-Stahl-Bereich – aber eben inzwischen fast über die gesamte Modell-Palette hinweg und vor Allem um eine wichtige Frage: Wie wird sich der Preis in Zukunft entwickeln?

Inhalt

  • Die aktuelle Preis- und Marktsituation von Rolex
  • Was ist mit „Blase“ gemeint?
  • Was haben Rolex Uhren mit einer Blase gemeinsam?
  • Was spricht für das Platzen der Blase und was dagegen?
  • Pro-Argument Nr.1: Die Popularität von Rolex nimmt ab
  • Pro-Argument Nr.2: Die Leute weichen auf andere Marken aus
  • Pro-Argument Nr.3: Die nächste Wirtschaftskrise
  • Contra-Argument Nr.1: China
  • Contra-Argument Nr.2: Rolex muss segmentiert werden
  • Contra-Argument Nr.3: Die Strategie von Rolex
  • Eine vorsichtige Prognose für die Preisentwicklung von Rolex
  • Diskussion: Deine Meinung zur Rolex-Blase?

Die aktuelle Preis- und Marktsituation von Rolex

Wenn man kurz darüber nachdenkt, ist die Antwort auf die Frage, wieso sich im Moment viele Liebhaber von Luxus-Uhren mit diesem Thema beschäftigen klar:

Es scheint für Uhrenliebhaber, egal ob Einsteiger oder nicht, praktisch unmöglich die begehrten Rolex Modelle – sei es eine Hulk, eine Daytona oder inzwischen auch einfach nur eine klassische schwarze Submariner – zum regulären Listenpreis zu kaufen. Es müssen teilweise 10, 50 oder sogar fast 100% auf die unverbindliche Preisempfehlung von Rolex aufgeschlagen werden, wenn man nicht eine Menge Geduld mitbringt.

Die Rolex Submariner 116610LV – besser bekannt unter ihrem Spitznamen „Hulk“. Die Uhr kostet laut Listenpreis 8.200 € – wer diese Uhr jedoch ohne Wartezeit sofort sein Eigen nennen möchte, zahlt auf dem freien Markt zwischen 12.000 und 13.500 €. Allein im Zeitraum zwischen Mai 2018 und Mai 2019 hat die Hulk um fast 40% an Marktwert zugelegt.

Aber nicht nur Einsteiger machen sich Gedanken, auch diejenigen mit einem großen oder wachsenden Bestand an Rolex Uhren kommen ins Grübeln:
Werden diese Uhren weiterhin im Wert steigen? Wird der Preis an einem bestimmten Punkt stagnieren? Oder ist es sogar möglich, dass die ganze Rolex-Sammlung innerhalb der nächsten Jahre drastisch an Wert verliert?

Es geht hier definitiv nicht um Realisierung von Gewinnen und Rendite mit Luxus-Uhren aber ganz einfach um die Tatsache, dass für viele Menschen der Werterhalt eben doch ein wichtiger Faktor und auch Rechtfertigungsgrund für das doch nicht ganz so günstige Hobby eines Uhrensammlers ist.

Das Phänomen der schnellen Wertentwicklung der letzten Jahre wird inzwischen von vielen Rolex- und Uhrenliebhabern allgemein als Rolex-Blase bezeichnet.

Was ist mit Blase gemeint?

Von einer Blase oder Spekulationsblase spricht man, wenn der Markt-Wert von bestimmten Gütern weit über ihrem echten oder inneren Wert liegt.

Da aber im Bereich Uhren der „echte“ Wert – vor Allem auch bei Rolex – zu einem großen Anteil an das Marketing von Rolex geknüpft ist sprechen wir hier von dem, was allgemein so als Blase verstanden wird: Ein mehr oder weniger starker Anstieg über eine bestimmte Zeit mit einem Platzen der Blase und damit anschließendem starken Wertverlust in kurzer Zeit.

Die Dotcom-Blase ist ein klassisches Beispiel einer Spekulationsblase. Neue Internet-Unternehmen wurden in den 90er Jahren massiv überbewertet, konnten dann aber ihre Gewinnerwartungen nicht erfüllen. Ein rapider Kursabsturz war die Folge. Bild von Wikipedia.

Was haben Rolex-Uhren mit einer Blase gemeinsam?

Und weil in der Vergangenheit Blasen oftmals mit einem sehr schnellen Wachstum einhergingen – so wie bspw. die Rolex Modelle mit teilweise 30% alleine im letzten Jahr – wird eben hier oft von eine Blase gesprochen, gekoppelt mit der Vermutung, dass diese irgendwann einmal platzen könnte – und somit der Wert vieler Modelle innerhalb kürzester Zeit signifikant fällt, was vielen – inklusive mir – natürlich nicht so gut gefallen oder sogar massiv finanziell schaden würde.

Selbst die Rolex Submariner „No-Date“ mit der Referenz 114060, die eigentlich noch bis 2018 recht gut verfügbar war (ich selbst habe sie Ende 2018 noch im Schaufenster der Rolex Boutique in Stuttgart gesehen), sind inzwischen Wartelisten fällig, und der Marktpreis befindet sich selbst gebraucht bereits mehr als 10% über der UVP von Rolex.

In diesem Beitrag wollen wir für Euch vor Allem die Hintergründe der Preisentwicklung von Rolex erklären, und Euch somit die Möglichkeit geben, eine eigene Meinung zum Thema Rolex-Blase zu bilden, ob es nun eine ist oder nicht.

Genau diese Einschätzung würden wir im Übrigen auch sehr gerne von Euch hören: Diskutiert mit uns in den Kommentaren, was für eine Prognose Ihr im Bezug auf die Preisentwicklung von Rolex in Zukunft abgebt.

Was spricht für das Platzen einer Rolex-Blase und was dagegen?

Fangen wir mit den Pro Punkten an: Die erste Frage, die wir uns hier stellen müssen, ist: WAS müsste denn eigentlich passieren, damit die Preise für Rolex-Uhren fallen? Die allgemeine Antwort darauf lautet: Das Verhältnis von Nachfrage und Angebot müsste sich dahingehend verändern, dass entweder die Nachfrage sinkt oder das Angebot steigt.

Pro-Argument Nr. 1: Die Popularität von Rolex nimmt ab

Es gibt leider von Rolex keine offiziellen Statistiken, allerdings von der Richemont-Gruppe, zu der Marken wie A. Lange und Söhne, IWC, Jaeger-LeCoultre und Panerai neben vielen anderen zählen und diese Statistik zeigt: Wir befinden uns zurzeit auf dem Hochpunkt der Nachfrage.

Seit 2008 haben sich die Umsätze von Richemont verdoppelt.

Rolex ist allgemein ein sehr verschwiegenes Unternehmen – Offizielle Statistiken werden nicht veröffentlicht. Anders sieht es bei der Richemont-Gruppe aus, deren Statistiken einen massiven Anstieg der Nachfrage nach Luxus-Gütern vermuten lässt. Quelle: statista

Wir können davon ausgehen, dass die Nachfrage auch bei Rolex in den letzten Jahren stark – vielleicht sogar deutlich stärker -gestiegen ist, einerseits einfach mit dem Wissen, dass Rolex definitiv die beliebteste und bekannteste Uhrenmarke ist, anderseits auch aus der subjektiven Wahrnehmung: Ich habe zumindest das Gefühl, dass heute sehr viel mehr Leute eine Rolex tragen, als noch vor 3 oder 4 Jahren – vor allem auch Leute ohne ein unglaublich hohes Einkommen.

Wer heute auf sozialen Medien wie Instagram unterwegs ist, wird viel mit den Themen Luxus und Lifestyle konfrontiert- wozu natürlich auch Uhren aus dem Hause Rolex gehören!

Diese hohe Nachfrage nach Luxusgütern ist natürlich auch teilweise durch die Darstellung in sozialen Medien in den letzten Jahren angeheizt worden.

Das löst dann auch vermehrt den Wunsch aus, diese Luxusgütern, die man ständig sieht eben auch zu besitzen.

Allerdings unterliegen Trends auf sozialen Medien auch extremen Schwankungen. Sollte die Darstellung von Luxus, vor allem dem Eigenen, nun bald nicht mehr „the way to go sein“ wirkt das das eben wieder auch auf die allgemeine Nachfrage aus.

Pro-Argument Nr. 2: Die Leute weichen auf andere Marken aus, weil die langen Wartezeiten oder hohen Preise für Frust sorgen

Möchtest du als Einsteiger in der Uhrenwelt gerne eine Rolex Daytona oder auch nur einfach eine klassische schwarze Submariner?

Dann heißt es: Entweder eine gute – und auch teure – Beziehung mit einem Konzessionär aufbauen (was übrigens für Leute die Uhren sammeln wollen definitiv Sinn macht, denn teuer wird es dann so oder so) und auf die Uhr einige Jahre warten oder eben den Aufpreis bis über 100% mehr zahlen, um die Uhr sofort zu kaufen.

Die Rolex Daytona war ironischerweise anfangs eher unbeliebt. Spätestens seit aber 2016 die neue Generation mit Keramik-Lünette vorgestellt wurde – Referenz 116500LN – ist die Daytona praktisch ein Synomym für eine Uhr, an die man nicht rankommt (zumindest nicht zum Listenpreis). Wer die 11.300 € zusammengespart hat, die laut Rolex Website für die Uhr fällig werden, muss eventuell erschreckt feststellen, dass er besser 22.000 € angespart hätte – so viel kostet eine neue Daytona auf dem freien Markt nämlich.

Für viele Leute ist beides keine befriedigende Option und mit steigenden Preisen gibt es immer mehr Leute die sagen: „OK – wenn Rolex mir keine Uhr verkaufen will, dann kaufe ich mir eben eine andere Uhr“ – schließlich gibt es qualitativ sehr hochwertige Uhren mit besserer Verfügbarkeit wie bspw. Omega, IWC, Breitling und viele andere.

Wer weder 11.300 € noch 22.000 € für eine Daytona ausgeben möchte, der könnte sich stattdessen eine Omega Speedmaster Moonwatch Professional gönnen – hier mit der Saphirglas-Variante. Klar, diese Uhr fliegt im Vergleich zur Daytona schon fast unter dem Radar, man bekommt aber für einen Preis von 3.800 € für gebrauchte Modelle eine Uhr, die sich sowohl qualiativ als auch historisch nicht von der Daytona verstecken muss.

Eben wegen schnellen Trendwechseln könnte so eine Stimmungsschwankung auch recht flott von Statten gehen – bspw. wenn große Influencer – egal ob auf Instagram, YouTube oder auch in Foren oder Blogs – diese Meinung äußern und somit ihre Community dazu anregen, eher andere Uhren zu kaufen.

Pro-Argument 3: Die nächste Wirtschaftskrise

Das ist möglicherweise ein Punkt, auf den Ihr während des Lesens dieses Artikels gewartet habt.

Zuletzt richtig schlecht ging es der Weltwirtschaft bekanntermaßen vor über 10 Jahren – 2008 gab es die letzte Wirtschaftskrise.

Der erste Markt, der von solchen Krisen betroffen ist, ist natürlich der Luxus-Markt, zu dem eben auch Rolex zählt.

Viele behaupten, eine neue Wirtschaftskrise sei längst überfällig, ich persönlich höre zumindest eines von Gesprächen mit Kunden oder Bekannten von mir: Firmen fangen bereits an, große Aufträge auf 2024 oder 25 zu schieben und drosseln somit ihr Volumen für die kommenden Jahre – potentiell also ein Anzeichen, dass das bisher starke Wachstum nun zumindest etwas abflacht.

Die GMT-Master II Referenz 126710BLRO – Spitzname „Pepsi“ ist zur Zeit ebenfalls erst für ungefähr das Doppelte des Listenpreises von 8.400 € auf dem freien Markt verfügbar. Fraglich ist, ob das bei der nächsten Wirtschaftskrise so bleibt.

Fakt ist: Bei der nächsten Krise wird die Nachfrage nach Uhren von Rolex fallen und vor Allem Leute ohne großes Vermögen werden sich praktisch keine Luxus-Güter mehr kaufen.

Das hat eine Reduzierung der sofort kaufbereiten Kunden zur Folge und somit wird es wieder einfacher werden, begehrte Uhren zum Listenpreis zu bekommen – und das führt dann letztendlich dazu, dass Leute nicht mehr bereit sind, so viel Aufpreis für die Uhren auf dem Graumarkt zu bezahlen.

Nachdem wir uns nun die wichtigsten PRO-Punkte angesehen haben, wieso die Blase platzen könnte, kümmern wir uns nun um die Punkte, die dagegensprechen:

Contra-Argument Nr. 1: China

Laut einem Artikel von Bloomberg fußt der globale Luxus-Markt zu einem Drittel auf der chinesischen Nachfrage.

Bei einer geschätzen Produktion von ca. 1.000.000 Rolex-Uhren im Jahr müsste man kein einziges Rolex Modell in den USA oder in Europa verkaufen, die Nachfrage in Fernost übersteigt die Produktion alleine schon bei Weitem.

Und genau das ist ein interessanter Punkt: Wir wissen nicht wann die Wirtschaft wieder ins Straucheln kommt, aber Fakt ist: Nur weil es in Europa und den USA wirtschaftlich bergab geht, muss das für den asiatischen Markt noch lange nicht das Gleiche bedeuten.

Was ich sagen möchte ist: Es wird immer, egal wie schlecht die Wirtschaft aussieht, genug Menschen geben, die sich trotzdem noch eine Rolex kaufen möchten – abgesehen natürlich von der absoluten Apokalypse, aber ich glaube dann haben wir eh ganz andere Probleme.

Und genau das spricht gegen einen schnellen und starken Wertverfall der Uhren.

Contra-Argument Nr.2: ROLEX muss segmentiert werden

Viele betrachten Rolex als Gesamtheit, vergessen aber, dass wir auch hier segmentieren müssen.

Ich würde dabei erst einmal in Aktuelle Kollektionen und Vintage aufteilen.

Beim Thema Vintage ist ein Contra Argument gegen das rapide Abfallen der Preise ganz einfach der folgende Punkt: Es gibt diese Uhren nur in begrenzter Anzahl die mit der Zeit auf keinen Fall mehr steigen sondern eher leicht abfallen wird – auch Rolex Uhren können schließlich kaputt gemacht werden.

Dazu kommt die Tatsache, dass viele Vintage-Uhren-Besitzer, egal welcher Marken, doch eher Veteranen im Thema Uhren sind.

Das heißt: Die Kaufentscheidungen wurden potentiell eher bedacht getroffen, und das heißt wiederum, dass Vintage-Uhrenbesitzer potentiell eher weniger wahrscheinlich gezwungen sein werden, ihre Uhren zu verkaufen – oder eben erst ihre nicht-Vintage-Modelle verkaufen im Wissen, dass sie diese Uhren möglicherweise sonst niemals wieder sehen.

Bei den aktuellen Uhren müssen wir auch nochmal segmentieren. Klar es gibt die berüchtigten Sport-Stahl-Modelle, wo die Nachfrage teilweise zigtausendfach über dem Angebot liegt. Es gibt aber auch weniger gefragte Modelle – angefangen bei Klassischen Stahl Modellen, über Two-Tone Varianten bis hin zu den vollgoldenen Modellen und der Cellini-Kollektion.

Die meisten, und unter Ihnen auch praktisch alle Einsteiger im Bereich Luxus-Uhren, stürzen sich bekanntermaßen eben erst einmal auf die Sport-Stahl Modelle: Diese sind alltagstauglich und eben – zum Listenpreis – auch am günstigsten.

Bekommt man kein Sport-Stahl-Modell dann wechselt man wie vorher erwähnt die Marke – oder man erwägt den Kauf einer weniger nachgefragten Uhr von Rolex – die TwoTone Sport- Modelle und auch Datejusts aus Stahl sind auch heute noch relativ gut verfügbar.

Das ist tatsächlich sogar sehr wahrscheinlich:

Viele Leute mit denen wir reden, wollen eben einfach eine Rolex und zahlen bspw. lieber etwas mehr für eine TT-Rolex als Geld zu sparen und sich eine andere Uhr zu kaufen, die sofort verfügbar ist.

Somit hat sich die Nachfrage inzwischen praktisch auf die gesamte Rolex Palette verbreitert und es scheint einen klaren Zusammenhang zwischen der Nachfrage von beliebten und weniger beliebten Modellen von Rolex zu geben.

Diese Verteilung der Nachfrage macht einen plötzlichen Abfall der Preise auch bei den aktuellen Uhren weniger wahrscheinlich, sondern eher eine Stagnation oder einen leichten Rückgang.

Contra-Argument Nr.3: Die Strategie von Rolex

Man soll nicht von vergangenen auf zukünftigen Ereignissen schließen, das weiß man. Wir sollten uns aber die preisliche Entwicklung von Rolex Uhren in der Vergangenheit trotzdem ansehen.

Wir haben dafür eine sehr interessante Seite gefunden, auf der Rolex Modelle, deren Wertentwicklung zwischen 1994 und 2016 sowie der direkte Vergleich zum DAX in % aufgeführt sind.

Wir haben hier die Statistiken von der sehr beliebten Submariner, der Datejust und der eher weniger gefragten Explorer genommen

Auffällig ist: Rolex war laut diesen Daten in den letzten 25 Jahren ziemlich krisensicher: Zu Zeiten der Krise in denen der Dax teilweise um bis zu 70% gefallen ist, haben sich sowohl die Explorer, als auch die Datejust oder die Submariner solide im Wert gehalten oder sogar weiter erhöht – ein drastischer Abfall kam in den letzten 25 Jahren also nicht einmal vor – und soweit wir wissen auch zuvor nicht.

Doch was hat Uhren von Rolex bisher so unempfindlich gegenüber Krisen gemacht?

Die Antwort ist: Die clevere und langfristige Strategie die Rolex fährt – im übrigen so konsequent wie kaum ein anderes Unternehmen.

Rolex kontrolliert wie keine andere Uhren Marke (und vielleicht keine andere Marke überhaupt) Angebot und Nachfrage auf allen ihnen verfügbaren Wegen.

Rolex ist eine Stiftung und es sitzen deswegen keine Aktionäre oder Gesellschafter hinter der Marke, die in einem bestimmten Quartal gewisse Umsatzziele o. Ä. erreichen möchten – Rolex handelt stattdessen extrem langfristig und soll gerüchteweise übrigens liquide genug sein, um den kompletten Betrieb für fast 10 Jahre aufrechterhalten zu können, ohne nur eine einzige Uhr zu verkaufen – länger also als jede bekannte Krise bisher anhielt.

Das heißt, dass diese Firma Krisen einfach und ziemlich bequem aussitzen kann.

Während viele andere Marken beispielsweise Restbestände auf den Markt werfen oder zu Krisenzeiten schnell schon produzierte Uhren abverkaufen, gab es bei Rolex noch nicht einmal die Situation, in welcher der Markt mit einem bestimmten Modell geflutet wurde.

Rolex geht im Gegenteil sogar noch weiter: Von mehreren meiner Partner im Bereich Grauhandel habe ich mitbekommen, dass Rolex in den Zeiten zurückgehender Nachfrage sogar die überschüssigen Uhren von seinen Händlern zurückkauft – und diesen somit eine sehr bequeme und schnelle Möglichkeit liefert, liquide zu bleiben, sodass die Konzessionäre die Uhren nicht schnell auf den Markt werfen müssen.

Das Angebot wird also der Nachfrage bis zu gewissen Grenzen angepasst und kann theoretisch immer unter der Nachfrage gehalten werden – was das Platzen einer Blase, ob es nun eine ist oder nicht, eher unwahrscheinlich macht.

Eine vorsichtige Prognose von uns

Das waren jetzt glaube ich viele und hoffentlich interessante Infos für Euch. Wir hoffen, dass Ihr jetzt einiges an Materialien habt, um Euch selbst Eure eigene Meinung bilden zu können und den Markt einschätzen zu können.

Jetzt wollen wir Euch aber an dieser Stelle noch unsere persönliche Meinung mitgeben – und an dieser Stelle ein Disclaimer: Es ist nur unsere persönliche Meinung, auf keinen Fall eine Handlungsempfehlung.

Um es schnell auf den Punkt zu bringen: Wir denken, die Blase wird nicht platzen, massive Preisrückgänge werden wir bei Rolex nicht sehen.

Was wir denken ist, dass die Preise zu einer bestimmten Zeit vielleicht stagnieren oder leicht zurück gehen werden, eventuell im Rahmen von ungefähr 10%-Punkten – dass wir aber in absehbarer Zeit bspw. eine Hulk wieder für 8.000 € auf dem freien Markt kaufen können halten wir für höchst unwahrscheinlich – und die meisten unserer Kollegen aus dem Uhren-Bereich sehen das genauso.

Der Grund für diese Annahme ist eben, dass Rolex den Markt stark unter Kontrolle hat, und das aller Wahrscheinlichkeit auch so bleiben wird – den Fall ausgenommen, dass die Wirtschaft wegen eines großen Konflikts komplett außer Kraft gesetzt wird.

Rolex hat in der Vergangenheit mit seiner sehr konsequenten, aber geradlinigen Vorgehensweise bewiesen, dass sie sich nicht von wirtschaftlichen Ereignissen aus der Ruhe bringen lassen und diese langfristige und unabhängige Handlungsweise wird vermutlich auch in Zukunft für eine große Wertstabilität sorgen.

Nachdem Ihr jetzt wirklich einiges an Informationen und auch unsere vorsichtige Einschätzung zum Thema Rolex-Blase gelesen habt, wollen wir nochmal Eure Meinung wissen:

Was ist Eure Prognose für die Zukunft der Wertentwicklung von Uhren aus dem Hause Rolex? Schreibt es uns die in die Kommentare, wir sind schon jetzt ganz gespannt auf eine angeregte & konstruktive Diskussion!

9 Idee über “(Wann) platzt die Rolex-Blase?

  1. Avatar
    Cyrill sagt:

    Super Artikel und vielen Dank.
    Wäre schön wen Rolex jedem Käufer ein Rechtlich sauberes Verkaufsverbot von 5 Jahren aufbrummen würde. Mich nerven die Verkäufer die eine Rolex ein paar Tage mit minimum 80% Aufschlag wieder verkaufen. Ehrliche Uhren Liebhaber müsse dadurch hinten anstehen.

    • Avatar
      WATCHVICE sagt:

      Hallo! Ja das macht es im Moment schwierig, allerdings wird das glaube ich so niemals durchsetzbar sein – ich kann dir aber sagen: Viele Händler legen selbst großen Wert darauf, dass die Uhren nicht an Flipper gehen und man kann durchaus immer noch die gefragten Rolex Modelle ergattern! Liebe Grüße 👋🏻

  2. Avatar
    Ron sagt:

    Zunächst: ein Toller Artikel!

    Ich schließe mich der Meinung von Paul Thorpe aus England an, dass Rolex sich eher in Richtung Patek entwickeln will und die Preise sukzessiv anheben wird, um noch exklusiver zu werden. Aus unternehmerischer Sicht macht dies auch Sinn. Warum sollen die Grauhändler an den hohen Aufschlägen verdienen und nicht Rolex selber. Meiner Meinung nach ist eher mit Preisanhebungen von bis zu 25 -30% in den nächsten Jahren zu Rechnen. Der Weltweite Bedarf besteht weiterhin, gerade in den Asiatischen Märkten. Auch in Deutschland gibt es eine immer besser verdienende Mittelschicht, die dann immer noch auf Rolex zurückgreifen könnte und wird.

    • Avatar
      WATCHVICE sagt:

      Ja da bin ich bei dir. Rolex wird immer weniger geliefert als nachgefragt sein – ob das bei Patek so bleibt wage ich zu bezweifeln.

      • Avatar
        Matthias sagt:

        Sehr guter Artikel.
        Ich war lange begeisterter Anhänger von Omega, nur leider haben die Uhren keine Wertstabilität, im Gegensatz zu Rolex. Habe mir nun eine Seadweller gekauft.

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